Voraussetzungen zum Vorderladerschiessen

Die Einschüssigen Vorderladerwaffen sind frei ab dem 18. Lebensjahr zu erwerben.
Die Vorderladerwaffen werden nach ihrer Zündart (Schloss) unterschieden.

Es gibt Vorderladerwaffen mit:
Zündloch (glühende Kohle/Stahl)
Luntenschloss (glimmende Lunte)
Radschloss (Schwefelkies)
Steinschloss (Feuerstein)
Perkussionsschloss (Zündhütchen)

Zu den Perkussionswaffen gehören auch die Zündnadelgewehre und die
Sharps-Gewehre, die ja von hinten geladen werden, also eigentlich Hinterlader sind.

Natürlich gibt es Einschränkungen; Die Waffen müssen vor 1871 gefertigt worden sein. Oder die Replikas (Nachbauten) müssen so einer Waffe von vor 1871 genau entsprechen.

Diese Waffen müssen immer, - mit Ausnahme der Lunten- und Steinschlosswaffen - in einem verschlossenen (Schloss) Behältnis transportiert werden. Die Waffen dürfen nicht "geführt", dass heißt offen getragen werden. Geladen oder ungeladen spielt keine Rolle.

Als erstes sollte man einem Vorderlader Verein beitreten, um den Schiessstand benutzen zu dürfen. Auch ist man dort versichert, was nicht ganz unwichtig ist. (Jahresbeitrag ca. 50,- - 70,- Euro).
Nun kann man schon mal unter Aufsicht seine ersten Schiessversuche starten.
Schiessbrille und Gehörschutz nicht vergessen. (Vorschrift)

Mit dem Schwarzpulver darf man aber noch nicht umgehen, d.h. man darf keine Waffen laden.
Um das Schwarzpulver erwerben, transportieren, lagern und nutzen zu dürfen bedarf es in Deutschland einer Genehmigung.
Das ist die Erlaubnis nach §27 des Sprengstoffgesetzes (Pulverschein).
Es ist eine 6 Monatige Vereinsmitgliedschaft und regelmässige Schiessen nachzuweisen.
Der Verein stellt dazu eine Bescheinigung (Bedürfnis) aus.
Nach dem man bei seinem örtlichen Ordungsamt (Stadt/Kreis) seinen Wunsch geäussert hat, wird eine Unbedenklichkeitsbescheinigung benötigt, die ca. 35,- Euro kostet.
Hat man diese Bescheinigung, bei der persohnenbezogene Strafrechtliche Informationen diverse Ämter und Behörden (Bund, Land, Kreis) eingeholt werden, darf man sich zur Prüfung bzw. Lehrgang für den "Sprengstoffschein" anmelden. (Kosten ca. 100,- Euro).
Ist die Prüfung positiv verlaufen, muss man dem Ordungsamt noch erklären, wie und wo man sein Schwarzpulver lagern möchte.
Es gibt dazu im Sprengstoffgesetz genau einzuhaltende Regeln und Mengenbeschränkungen.
Ist das alles erledigt, darf man sein erstes Schwarzpulver kaufen. Der Verkäufer trägt die Menge dann in den Sprengstoffschein ein.
Die Erlaubnis nach §27 des Sprengstoffgesetzes ist z.B. auf 5 kg und 5 Jahre befristet und muss verlängert werden.

Für mehrschüssige Vorderladerwaffen (Revolver, doppelläufiges Gewehr/Flinte) ist eine Waffenbesitzkarte (WBK) notwendig.
Dazu ist ein 1-jähriges regelmässiges Trainings-/Wettkampfschiessen (Schiesskladde) mit Vorderladerwaffen nachzuweisen.
Auch ein Waffen-Sachkunde Lehrgang inkl. positiver Prüfung  ist notwendig. (Kosten ca. 100,- Euro)
Ein neue Unbedenklichkeitsbescheinigung ist obligatorisch.
Nach Bedürfnisbescheinigung des Vereins und des Kreisschützenvereins, kann die WBK ausgestellt werden und man darf eine Waffe erwerben.
Der Verkäufer muss seine Waffe aus seiner WBK austragen lassen, damit sie in die neue WBK eingetragen werden kann. Kostet dann auch wieder einen kleinen Obulus.
(Diese Angaben sind ohne Gewähr. Die Rechtslage im Waffen- und Sprengstoffgesetzt usw. ändern sich laufend)


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